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Wieso wird man NSU-Fahrer?
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Als sich meine Eltern Anfang '68 kennen lernten fuhren
beide NSU. Meine Mutter fuhr schon ihren zweiten Prinz 4 und mein Vater
fuhr nach zwei Prinz 1000 TT einen 1200 TT. Bis 13 Tage vor meiner Geburt
wurde ich werktäglich von meiner Mutter ins Büro chauffiert.
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Von kleinauf war ich viel mit meinem Vater unterwegs. An
den Wochenenden "half" ich ihm beim "schrauben". So NSU- erfahren sprach
ich als ersten Satz: "Papa Auto Motor hinten heiß." Nachdem mein
Vater schon 1974 seinen fünften und letzten TT verkauft hat, ließ
das Interesse an den Neckarsulmer Automobilen merklich nach. Trotzdem schaute
man jedem parkenden TT begeistert unter die meist aufgestellte Motorhaube.
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Wer so, schon durch einen "Geburtsfehler" mit dem NSU-Virus
infiziert ist, bleibt nicht lange immun. 1985 kam er wieder durch. Zuerst
begegnete mir bei einer Rallye ein schwarzer TT, dann sah ich im Fernsehen
einen Bericht vom internationalen NSU- Treffen in Neckarsulm; und als ich
dann noch den Fahrer eines heißen TT kennen lernte, war es soweit.
Als dieser den Motor startete war mir klar: ein NSU muss her. Kurz darauf
wollte ein Bekannter seinen wohlerhaltenen TT für 1.500,- DM verkaufen
(das waren Zeiten !). Obwohl ich weder Geld noch Führerschein hatte,
wollte ich das Auto unbedingt. Leider ließ sich mein Vater nicht
einmal zu einer Probefahrt überreden. So musste ich mich vorerst mit
dem Sammeln von alten Zeitungsberichten und dem Fotografieren mir begegnender
NSU's begnügen.
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Bei einem Ausflug an meinem 18. Geburtstag entdeckte ich
einen wohlerhaltenen Prinz 4, der mein Herz sofort höher schlagen
ließ. Nach harter Ferienarbeit konnte ich endlich meinen Führerschein
bezahlen. Einiges Geld blieb noch übrig und etwas gespartes war auch
noch da. Mit frischen Führerschein von der Fahrprüfung zurück,
stand ein 1200 C in unserer Straße. Da war mir klar, dass mir auch
von "oben" geraten wird, NSU zu fahren. Kurz darauf erschien im örtlichen
Anzeigenblatt eine Anzeige zum Verkauf eines Prinz 4.
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Ich hatte sofort angerufen und einen Besichtigungstermin
vereinbart. Als ich meine Eltern in meine Absichten eingeweihte, waren
sie entsetzt. Sie sahen keine Notwendigkeit, für einen Schüler,
ein eigenes Auto zu besitzen. Und dazu noch so ein altes. Trotzdem wurde
der Prinz, wenn auch mit Bedenken, besichtigt. Glücklicherweise zeigte
er sich noch erstaunlich rüstig. (Es war übrigens der "Geburtstagsprinz")
Nach einer Probefahrt begann mich mein Vater zu verstehen, meine Mutter
jedoch nicht. Dennoch willigten beide ein und so wurde ich ohne elterlichen
Beistand NSU-Besitzer.
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Erstmalig veröffentlicht in der Prinzen-Post
12 vom Juni 1988.
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Alle Angaben ohne Gewähr
letzte Änderung: 26.09.2000
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